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Studie: Personalchefs prüfen Social-Media-Profile von Bewerbern

Wer Profile in den sozialen Netzwerken hat, gibt dort in der Regel viele Informationen über sich preis. Das ist auch bei der Bewerbung wichtig. Denn viele Personaler werfen einen kurzen (oder auch längeren) Blick auf die Profile der Bewerber bei Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn oder Xing. Doch dürfen sie das überhaupt? Ein Gesetz dagegen gibt es in Deutschland nicht. Also trägt die Unternehmensführung die Verantwortung. Doch firmenintern ist die Frage meist nicht klar geregelt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom hervor.

In den meisten Unternehmen gibt es keine Regelung

In der Bitkom-Umfrage gaben nur elf Prozent der befragten Personalverantwortlichen an, die Geschäftsführung habe ihnen eine ausdrückliche Erlaubnis erteilt, Profile von Bewerbern einzusehen. Im Gegensatz dazu gaben vier Prozent an, ihnen sei eine solche Prüfung untersagt worden. Alle anderen – immerhin 81 Prozent – haben von ihrer Firma ganz einfach gar keine Vorgabe erhalten. Sie handeln also nach eigenem Ermessen.

In der Praxis heißt das: Die meisten Personaler informieren sich über Social-Media-Profile. Ganze 63 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie routinemäßig auf Facebook und Co. schauen, um mehr über die Kandidaten zu erfahren. Das tun sie in der Regel, bevor sie entscheiden, ob der Bewerber überhaupt zum Gespräch eingeladen wird. Der Inhalt dieser Profile ist also ein wichtiger Faktor für die Erfolgsaussichten. Drei von zehn Personalern greifen bereits bei der ersten Sichtung eingegangener Unterlagen auf die entsprechenden Profile zu.

Was bedeutet das für Bewerber?

Leider wissen viele Bewerber immer noch nicht, wie wichtig die eigene Social-Media-Präsenz bei der Jobsuche ist. Zwar hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass eine Facebook- oder Instagram-Seite voller fragwürdiger Partyfotos nicht gut ankommt. Viele User nutzen deshalb die Privatsphäre-Einstellungen, um zu kontrollieren, wer Einblick in private Inhalte bekommen kann. Doch für einen Bewerber kann es auch von Nachteil sein, gar kein Social-Media-Profil zu besitzen.

81 Prozent derjenigen Personalchefs, die in sozialen Netzwerken recherchieren, gaben an, sie würden auch einem Bewerber ohne Auftritt in den sozialen Netzen grundsätzlich eine Stelle anbieten. Jeder Sechste jedoch hält es für wichtig, dass mindestens ein aussagekräftiges Online-Profil vorhanden ist. Und acht Prozent gaben rundheraus zu, dass sie Bewerber ohne Social-Media-Profile gar nicht mehr berücksichtigen würden.

Die Profile müssen mit den Unterlagen übereinstimmen

„Ein aktuelles und gut gepflegtes Profil in sozialen Netzwerken kann die Chancen auf eine Einladung zum persönlichen Gespräch erhöhen. Wichtig ist, dass das Profil mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen übereinstimmt, sie sinnvoll ergänzt und zusätzliche Informationen bietet“, kommentierte Dr. Bernhard Rohleder, der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, das Ergebnis der Umfrage. Die Bitkom-Forscher befragten telefonisch insgesamt 304 Personalverantwortliche aus Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern.