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Soft Skills trainieren – geht das?

Sind Sie belastbar? Fotolia©fizkes

Soft Skills, also die sozialen Kompetenzen, gewinnen bei Stellenbesetzungen eine zunehmende Bedeutung. Denn immer mehr Unternehmen setzen auf Teamarbeit und zielorientierte Lösungen, bei denen die freundliche, sachliche und engagierte Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzen eine zentrale Rolle spielt. Hierarchien und Verfahrensregeln treten hinter gemeinschaftlichen Prozessen zurück, bei denen auch individuelle Interessen und Talente der Mitarbeiter für das Unternehmen von großem Nutzen sein können.

Charaktereigenschaften und Talente sind trainierbar

Für viele Menschen sind Soft Skills Charaktereigenschaften, die sich über Jahre mit der Persönlichkeit entwickelt haben. Das bedeutet aber nicht, dass Soft Skills angeboren oder statisch wären. Soft Skills lassen sich auch trainieren und weiterentwickeln, um zwischenmenschliche Fähigkeiten zu verbessern. Umgekehrt lassen sich unerwünschte Eigenschaften wie Ungeduld, nicht Zuhören oder Wutausbrüche durch bewusstes Training eindämmen.

Soft Skills Belastbarkeit und Eigeninitiative entwickeln

An den zwei häufig gefragten Sozialkompetenzen Belastbarkeit und Eigeninitiative zeigen wir hier, wie das eigene Profil gestärkt und gleichzeitig die persönlichen Fähigkeiten für den Arbeitsprozess verbessert werden können.

Belastbarkeit – wie geht das?

Belastbarkeit im Arbeitsleben bedeutet, mit Druck und Stress produktiv umgehen zu können. Dazu gehört, eigene Grenzen zu kennen, Ausgleiche zu finden, bei Rückschlägen nicht aufzugeben und Widerstände beharrlich zu überwinden.

Selbstvertrauen, mentale Stärke und Durchhaltevermögen lernen

Um Belastbarkeit zu trainieren, muss oft zunächst das Selbstvertrauen gestärkt werden. Durch langsam wachsende Herausforderungen erkennen Sie, dass Sie mehr können, als Sie sich zugetraut haben. Daraus entwickeln Sie eine mentale Stärke, die sich mehr an Ihrem Können als an Erwartungen oder Meinungen Ihres Umfeldes orientiert. Dazu gehört auch Durchhaltevermögen. Wenn Sie wissen, dass Sie eine Herausforderung meistern können, beißen Sie sich durch. Auch wenn es mühsam ist, werden Sie am Ende stolz auf sich sein. Dann können Sie die nächste Aufgabe als eine positive Herausforderung betrachten, an der Sie weiter wachsen können. Auch wenn etwas nicht sofort gelingt, bleiben Sie dran. Sie dürfen auch Fehler machen, aber Sie sollten sie anschließend korrigieren.

Optimismus ermöglicht Gelassenheit

Statt sich vor Ungewohntem zu schützen entdecken Sie, dass Sie auch neue Problemstellungen lösen können. Das gibt Ihnen die Gelassenheit, künftigen Herausforderungen mit Neugier statt angstbesetzt zu begegnen. Sie können sich auf Neues einlassen, weil Sie wissen, dass es Sie nicht aus der Bahn werfen kann. So können Druck und Tempo schließlich zu einem reizvollen Teil ihrer Arbeit werden, weil Sie immer wieder neue Seiten von sich dabei kennenlernen. Gleichzeitig lernen Sie auch, Ihre Belastbarkeitsgrenzen mit Überzeugung zu vertreten, denn Sie wissen nun, was Sie können und dass sie es immer nur langsam steigern können.

Eigeninitiative spart Unternehmen viel Zeit

Eigeninitiative ist eine weitere soziale Kompetenz, die in Unternehmen sehr gefragt ist. Menschen, denen nicht jeder Arbeitsschritt gesagt werden muss, die mitdenken, Projekte eigenverantwortlich umsetzen, Ideen entwickeln oder Verbesserungen vorschlagen zeigen Motivation, Interesse und Verständnis für das Unternehmen.

Eigene Spielräume erkennen und verantwortlich nutzen

Damit ist nicht gemeint, alles alleine zu regeln, den Vorgesetzten ständig mit neuen Ideen zu überhäufen oder sich vor seinen Kollegen durch eigenwillige Entscheidungen zu profilieren. Eigenständigkeit meint, ein feines Gespür für seinen Aufgabenbereich zu entwickeln, dabei die erforderlichen Kollegen einzubeziehen und die Aufgabe möglichst geräuschlos zu lösen. Dazu gehören auch eigene Entscheidungen im Rahmen der Zuständigkeit. Wenn Ihnen dabei Fehler unterlaufen, sollten Sie auch die Verantwortung dafür übernehmen. Langfristig wird mit dem Vertrauen von Vorgesetzten und Kollegen in Ihre Lösungskompetenz der Rahmen ihrer Eigenständigkeit wachsen.

Eigeninitiative zeigen im Umfeld skeptischer Kollegen

Unternehmen profitieren von der Eigeninitiative und Selbstständigkeit ihrer Mitarbeiter. Dennoch ist es nicht immer leicht, sie karrierefördernd zu zeigen. Denn Sie kooperieren und konkurrieren häufig mit Ihren Kollegen. Da ist oft Fingerspitzengefühl gefragt, um Profil zu zeigen. Tun sie es immer dann, wenn Sie ohnehin gefragt werden. Bei vielen Meetings spricht nur der Chef, Aufträge werden unkommentiert erledigt, E-Mails nur knapp beantwortet. All dies sind Gelegenheiten, die Sie mit konstruktiven Ideen kommentieren können, Verbesserungen oder Projektvorschläge ins Spiel bringen können und so zeigen, dass Sie über das Alltagsgeschäft hinausdenken.

Freiwilliges Engagement nicht nur für den Chef

Auch mit freiwilligem Engagement für Firmen- oder Freizeitbelange finden Sie Beachtung. Wenn Sie beispielsweise einen Betriebsausflug oder einen Messebesuch organisieren, zeigen Sie Initiative und neue Talente. Allerdings sollten Sie Interesse und Initiative nicht nur dann zeigen, wenn der Chef gerade dabei ist. Auch im Umgang mit den Kollegen kann echtes Interesse und konstruktive Kritik das Klima verbessern und Ihnen helfen, Ihre Ideen auch gegenüber Vorgesetzten zu vertreten. Bei einer Bewerbung können Sie auf solche Beispiele verweisen, um Ihre Eigeninitiative zu illustrieren.

Unternehmen sollten Eigeninitiative mehr fördern

Unternehmen fordern häufig Eigeninitiative, bieten aber leider oft nur mäßige Rahmenbedingungen für sie an. Denn dazu gehört sowohl die individuelle Wahrnehmung der Mitarbeiter durch den Vorgesetzten als auch strukturelle Formen, durch die Mitarbeiter zur Eigeninitiative ermuntert werden. An erster Stelle stehen dabei nicht Konkurrenz und Boni, sondern die persönliche Wertschätzung und das Gefühl, mit seiner Idee auch ernst genommen zu werden und etwas ausrichten zu können. Dazu sollte es nicht nur regelmäßige Teambesprechungen und Feedbacks über Hierarchieebenen hinweg geben, die Beschäftigten sollten auch durch Mitspracherechte für Ihre Initiative belohnt werden. Dies erfordert einen vertrauensvollen Führungsstil, bei dem auch Mitarbeiter bereit sind, Mitverantwortung für eigene Ideen zu übernehmen. Für Unternehmen ist dies die effizienteste Form, die Soft Skills ihrer Mitarbeiter zu nutzen. Doch vielen fällt es noch schwer, die tradierten Kontrollstrukturen gegen ein teamorientiertes Lösungsmodell zu tauschen.