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Soft Skills: Selbstständigkeit als soziale Kompetenz

 

Bei der Jobbewerbung gibt es neben den Hard Skills der formalen Qualifikationen wie Zeugnissen und Beurteilungen auch die Soft Skills als zunehmend wichtigere Beurteilungskriterien. Diese sozialen Kompetenzen der Bewerber sind im Berufsalltag oft wichtiger für Erfolg und Zufriedenheit, als die fachlichen Fähigkeiten. Chefs und Personaler achten beim Vorstellungsgespräch deshalb sehr genau darauf, welches persönliche Potential hinter dem Lebenslauf eines Kandidaten steckt und ob diese Person in das vorhandene Team des Unternehmens passt.

Selbstständigkeit beschleunigt den Arbeitsprozess

Aus der Vielzahl der gefragten Soft Skills soll hier Selbstständigkeit näher betrachtet werden.
Kein Vorgesetzter möchte seinen Mitarbeitern ständig hinterherlaufen und den nächsten Arbeitsschritt erklären. Das kostet unnötig Zeit, Geld und Nerven. Deshalb ist es wichtig, dass der Mitarbeiter den Zusammenhang versteht, in dem sein Arbeitsschritt erfolgt. Wenn nicht bereits vorgegeben, definiert die Zusammenarbeit mit den Kollegen seinen Entscheidungsspielraum. Hier muss der Mitarbeiter im Rahmen seiner Zuständigkeit Methoden entwickeln, Aufgaben bearbeiten und Entscheidungen treffen.

Spielräume zielorientiert nutzen

Dabei ist es wichtig, die eigenen Arbeitsschritte zu reflektieren und auch über den eigenen Tellerrand auf die Kooperation mit den Kollegen zu achten, um Arbeitsprozesse zu optimieren und hilfreiche neue Ideen zu entwickeln. In nahezu allen Berufen zählt zu Selbstständigkeit auch, sich freiwillig über neue Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden zu halten, Fachpublikationen zu lesen, Fortbildungen zu besuchen und nützliche Kontakte zu knüpfen.

Selbstständiges Arbeiten fördert die Motivation

Vorgesetzten ist es meist weniger wichtig, wie im Detail ein Arbeitsergebnis zustande kommt, als dass es passend zu den Vorgaben in der vorgesehenen Zeit existiert. Auch die Mehrzahl der Beschäftigten fühlt sich mit eigenen Gestaltungsspielräumen wohler, als als reine Befehlsempfänger.
Selbstständigkeit setzt eigene Motivation voraus. Die kann aus Ehrgeiz, Spass an der Sache, Stolz über das Ergebnis, Freude am Arbeitsklima oder anderen Gründen herrühren.

Entscheidungen sachlich begründen

Leider fördert nicht jedes Arbeitsumfeld die Selbstständigkeit. Enge Vorgaben, Druck und Kontrollen oder missgünstige Kollegen können die Motivation dämpfen. Mitunter erfordert es Mut, selbstständige Entscheidungen zu treffen, denn für diese Entscheidung muss der Mitarbeiter auch die Verantwortung tragen. Entscheiden bedeutet, sich von Alternativen zu trennen. Sind die Spielräume eng, müssen Entscheidungen sachlich gut begründbar sein und mitunter diplomatisch vermittelt werden. Nicht jede Entscheidung ist langfristig richtig, deshalb gehört auch Kritikfähigkeit zur Selbstständigkeit.

Kollegen in Entscheidungen einbinden

Wenn eigene Entscheidungen allerdings überzeugen, weiten sie nach und nach auch die Befugnisse. Vorgesetzte fassen Vertrauen in Ihr Urteilsvermögen und stellen Sie vor anspruchsvollere Herausforderungen. Wenn ihnen Ihre Karriere wichtig ist achten Sie darauf, dass Sie durch ihr gutes Entscheidungsvermögen nicht nur zusätzliche Aufgaben Ihrer Kollegen übernehmen, sondern auch formal eine angemessene Position erhalten.

Selbstständigkeit durch Eigeninitiative

Sie können Ihre Selbstständigkeit auch unter Beweis stellen, wenn Sie in Eigeninitiative Ideen, Methoden oder Konzepte entwickeln, die Arbeitsprozesse verbessern, das Klima fördern oder zusätzlichen Gewinn für das Unternehmen bedeuten. Achten Sie bei alledem darauf, dass Selbstständigkeit nicht Alleingang bedeutet. Ohne regelmäßige Kommunikation mit den Betroffenen werden Sie für die beste Idee eher Gegenwind ernten, als Zustimmung. Denn trotz überzeugender Sachargumente spielen in jedem Team auch emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Entscheidungen können in fremde Kompetenzen hineinspielen oder Veränderungen auch für Kollegen bedeuten, - je eher Sie ihr Team einbinden, desto größer wird Ihr Spielraum für selbstständige Entscheidungen.

Konkrete Beispiele im Bewerbungsgespräch

Bei einer Bewerbung können Sie Ihre Selbstständigkeit durch Beispiele aus früheren Tätigkeiten erläutern, aber auch durch passendes Engagement im privaten Bereich. Vielleicht haben Sie auch ad-hoc Ideen zu Themen, die im Bewerbungsgespräch aufkommen, - zeigen Sie höflich ihre Motivation und Interessen, die für das Unternehmen von Belang sein könnten, ohne als Besserwisser zu erscheinen. Bei Soft Skills überzeugen nicht Dokumente und Worte, sondern Taten und Persönlichkeit.