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Plötzlich Chef: Wie mit der Beförderung umgehen?

Manch einer arbeitet bewusst auf dieses Karriereziel hin, für manch anderen kommt sie überraschend: die Beförderung. Wenn Sie vom ganz normalen Angestellten plötzlich zur Führungskraft aufsteigen, bietet das natürlich viele Chancen, bringt aber auch die ein oder andere Herausforderung mit sich. Letzteres gilt insbesondere für den zwischenmenschlichen Bereich, wenn aus zuvor gleichberechtigten Kollegen und zum Teil Freunden auf einmal untergebene Mitarbeiter werden.

 

© simothon.com@photocase

Sich neu beweisen müssen

Nehmen Sie eine Führungsposition ein, müssen Sie sich unter Umständen mehrfach beweisen – hierarchisch sowohl nach oben als auch nach unten. Einerseits müssen Sie gegenüber Ihren Vorgesetzten nach wie vor gute und zuverlässige Arbeit in Ihrem Fachbereich verrichten. Gleichzeitig ist es erforderlich, der neuen Führungsrolle und dem damit verbundenen Vertrauen in die eigene Person gerecht zu werden.

Andererseits gilt es, die Kollegen von den eigenen Führungsqualitäten zu überzeugen. Während Ihre Vorgesetzten diesbezüglich bereits überzeugt sind, kann es passieren, dass Ihre Kollegen Ihnen eher skeptisch in Anbetracht Ihrer neuen Stellung gegenüberstehen. Vielleicht gönnen Ihnen manche Mitarbeiter die Beförderung nicht, weil sie selbst Ihre neue Führungsrolle einnehmen wollten. Andere trauen Ihnen dies aus unterschiedlichen Gründen nicht zu. Ohne bösen Hintergedanken zweifeln sie an Ihrer Erfahrung, sehen in Ihnen keine Führungspersönlichkeit oder können schlicht nicht einschätzen, was von Ihnen als Führungskraft zu erwarten ist.

 

Keine Hauruck-Aktionen

Um von vornherein ein gewisses Standing mitzubringen, kann es hilfreich sein, wenn der nächsthöhere Vorgesetzte Sie persönlich als neuen Teamchef, Abteilungsleiter oder dergleichen vorstellt. So wird die Entscheidung zu Ihren Gunsten und damit Ihre Position gestärkt.

Anschließend sollten Sie sich zunächst darauf konzentrieren, sich in Ihrer neuen Rolle zurechtzufinden. Anstatt alles umkrempeln zu wollen und Versprechungen zu machen, die Sie nicht halten können, sollten Sie zunächst alles wie gewohnt weiterführen. Beobachten und analysieren Sie die Arbeitsabläufe und Teamstrukturen aus Ihrer neuen gewonnen Perspektive heraus, bevor Sie allmählich Änderungsvorschläge einbringen. Versuchen Sie dabei alle mit ins Boot zu holen und so für sich zu gewinnen.

 

Neue Bezugspersonen

Als Führungskraft sollte Ihnen bewusst sein, dass sich die Beziehung zu Ihren bisherigen Kollegen ändern kann. Auf beruflicher Ebene begegnen Sie sich fortan nicht mehr auf Augenhöhe. Ihren Kollegen gegenüber sind Sie von nun an weisungsbefugt und besitzen eine dementsprechende Entscheidungsgewalt.

Gesprächspartner können abhandenkommen und die bisherige Peergroup kann sich ändern. Mit den Kollegen über den Chef zu lästern entfällt, wenn Sie selbst der Chef geworden sind. Gesprächsthemen entfallen, weil Sie nicht mehr den gleichen Aufgaben nachgehen oder weil Sie nicht mit Untergebenen über gewisse Interna aus Ihrem Arbeitsalltag reden dürfen.

Sprechen Sie mit befreundeten Kollegen offen darüber, dass Privates und Berufliches strikter getrennt werden muss. Sagen Sie ebenso offen, falls das – je nach Unternehmenskultur – freundschaftliche Du nicht länger angebracht erscheint.

 

Wissen, was man will

Führungsqualitäten sind natürlich nicht von Alter oder Geschlecht abhängig. Entscheidend ist der eigene Charakter. Wer nicht zur Führungspersönlichkeit geeignet ist, wird dies kaum erlernen können. Wer sich in einer Führungsrolle sieht, kann viele Aspekte in Seminaren, Workshops o.ä. ausbauen. Ihren persönlichen Stil zu finden, ist simples ‚learning by doing‘ der beste Rat. Im Idealfall führen Sie so, wie Sie selbst geführt werden möchten.

Dabei sollten Sie sich viel mit sich selbst auseinandersetzen. Sowohl im Umgang mit Ihren Mitarbeitern als auch bezüglich der Frage, ob Sie sich in der Führungsrolle wohlfühlen. Sind Sie bereit, den Mehraufwand an Arbeit und zwischenmenschlicher Interaktion sowie die psychische Mehrbelastung aufgrund der Verantwortung auf sich zu nehmen? Wer sich nicht sicher ist, sollte Familie, Freunde und Kollegen zurate ziehen