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Generation X: Karriere bezieht sich auf den Beruf und nicht auf den Arbeitgeber

Generation X auf dem Arbeitsmarkt

Unter der Generation X werden meist jene Geburtsjahrgänge oder ‚Bevölkerungskohorten‘ verstanden, die Mitte der 60er Jahre bis Anfang der 80er Jahre in Deutschland geboren wurden.

Geprägt von Frieden, Wohlstand und Kaltem Krieg

Ihr Weltbild in Ost und West ist von Eltern geprägt, die den Krieg allenfalls noch als Kleinkind erlebten. Das materielle Umfeld ist stabil, Auto, Fernseher und Italienreise gehören im Westen zum wachsenden Lebensstandard und auch in Ostdeutschland wird auf den Trabbi gespart, Ostsee und FDGB sorgen für Urlaubsspaß. Die politischen Rahmenbedingungen erscheinen durch den Kalten Krieg fast statisch, der Osten bastelt am Aufbau des Sozialismus, während der Westen vom Wohlstand für alle träumt.

Soziale Werte oft von Babyboomern übernommen

Für die politischen Umbrüche Ende der 60er Jahre ist die Generation X noch zu jung, doch in den 70er Jahren wächst sie im Westen mit den wachsenden Freiheiten für ein selbstbestimmtes Leben auf. Ihre Eltern haben den politischen ‚Muff von 1.000 Jahren‘ vertrieben, jetzt wird für Emanzipation, Umwelt, gegen Atomkraft und für den Frieden demonstriert. Es sind zwar überwiegend die sozialen Bewegungen ihrer Eltern, doch die Generation X wächst selbstverständlich mit diesem Bewusstsein auf.

Individuell statt sozial bewegt

Viele dieser Werte werden von großen Teilen der Generation X fortgeführt. Auch die Aufweichung der traditionellen Familie durch Ehen ohne Trauschein, Wohngemeinschaften, Patchwork Familien oder schwul/lesbische Beziehungen versprechen der Generation X neue Freiheiten. Die Work-Life-Balance der Generation X verschiebt sich vor dem Hintergrund einer gesicherten Existenz zu einem stärker sinnorientierten individuellen Leben. Die Bedeutung von Arbeit und Familie relativiert sich neben Reisen, Projekten oder 10 Jahren Studium.

Kritisch aber nicht radikal

Auch im Osten hat das offiziell propagierte Bild von der sozialistischen Kleinfamilie vor der grauen Realität an Strahlkraft verloren. Während organisierte Lebensplanung in Betrieb und Familie weiter dominieren, werden von der Elterngeneration der Babyboomer immer mehr Nischen im System für Individualität und kritisches Denken gesucht. Mitte der 80er vermischen sich diese Strömungen mit dem Jugendprotest der Generation X bei Friedens-, Umwelt- und Kircheninitiativen, die den Boden für den Mauerfall 1989 vorbereiteten.

Generation X erlebt Mauerfall in Ost und West unterschiedlich

Das Weltbild der Generation X nach dem Mauerfall ist in Ost und West zunächst ein sehr unterschiedliches: im Westen wurde die DDR und der Kampf bis zum Mauerfall kaum wahrgenommen. Entsprechend selbstgefällig reagiert auch die Generation X/West auf die neuen Anschlußbürger. Für die Generation X/Ost folgte auf den stolzen Triumpf die Ernüchterung, dass sich niemand ernsthaft für ihre Geschichte interessierte.

Es wächst zusammen, wer zusammenarbeitet

Doch anders als bei der Elterngeneration der Babyboomer/Ost, die diese Ignoranz ihrer Lebensleistung oft nachhaltig kränkte, war die Generation X/Ost jung genug, um mehrheitlich die neue Freiheit als ihre Chance zu begreifen. Zwar ist die unterschiedliche Sozialisation in der Generation X Ost/West auch heute noch erkennbar. Doch wo beide zusammenarbeiten, sind die Vorbehalte mittlerweile verschwunden.

Unterschiedliche Voraussetzungen im Beruf

Im Berufsleben fällt der unterschiedliche kritische Hintergrund der Generation X zusammen mit der Computerisierung der Arbeitswelt seit Mitte der 80er Jahre. Die Generation X wächst in einer europäischen Dienstleistungsgesellschaft mit guten Bildungsmöglichkeiten und internationalen Berufschancen auf. In Ostdeutschland allerdings brechen die blühenden Landschaften zusammen. Nur wer sich mobil, flexibel und gut qualifiziert zeigt, hat in den 90er Jahren gute Berufschancen.

Work-Life-Balance oft wichtiger als guter Job

Diese Ambivalenz zwischen Dynamik und Arbeitslosigkeit ist ein disziplinierender Faktor auch für die Generation X/West. Denn der Anspruch an eine individuelle Work-Life-Balance lässt sich nur bei entsprechendem Einsatz verwirklichen. Deshalb sind Teile der Generation X durchaus bereit, auf gut bezahlte Positionen zu verzichten, wenn sie stattdessen nachhaltig sinnvoll oder mit Arbeitszeiten tätig sein können, die ihnen Raum für individuelle Interessen lassen.

Qualifiziert aber mit eigener Agenda

Die Generation X ist eine individualistische, keine sozialromantische Generation wie Teile der Babyboomer. Sie ist auch für das Computerzeitalter überwiegend gut qualifiziert, sieht viele Entwicklungen kritisch aber organisiert kaum Widerstand. Stattdessen pflegt sie ein mehr oder weniger konsumfreudiges Privatleben, in dem Familie eine Rolle spielen kann aber nicht muss.

Generation X als anspruchsvolle Arbeitnehmer

Am Arbeitsplatz ist die Generation X vergleichsweise anspruchsvoll. Sie bevorzugt eigenständiges Arbeiten, hinterfragt Sinnhaftigkeit, ist nur insoweit loyal, wie Sie die Anforderungen unterstützt, ist über Rechte und Pflichten oft gut informiert, ohne sich meist gewerkschaftlich zu engagieren. Sie ist leistungsorientiert, schätzt Effizienz und schnelle Entscheidungen, E-Mail und SMS sind bevorzugte Kommunikationswege der Generation X.

Wichtiges Scharnier zwischen alten Hasen und jungen Hüpfern

Kurz, die Generation X ist überwiegend eine selbstbewusste Generation, die nicht die Rettung der Welt oder Unternehmensziele verfolgt, sondern ihre persönliche Agenda. Von Arbeitgebern erwartet sie klare Strukturen, möglichst sinnvolle Tätigkeiten, angemessene Entlohnung und genügend Spielraum in Arbeitsprozess und Freizeit. Als Schnittstelle zwischen Babyboomern und der Generation Y ist die Generation X für ein Unternehmen sehr wichtig, weil sie zwischen älteren Entscheidungsträgern und hochqualifizierten jungen Mitarbeitern gut vermitteln kann.

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